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Dauerausstellungen

Dauerausstellungen:

Hammer-Brennerei

Mythos Geburt

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Ausgangspunkt der Ausstellung war die Entdeckung und Erforschung der Nachgeburtsbestattung in Bönnigheim, die internationale Resonanz auslöste.1984 fanden wir im Keller vergrabene Töpfe und brachten diese mit dem Brauch der Nachgeburtsbestattung in Verbindung. Seitdem wir den Fund und unsere Interpretation bekannt gemacht haben, werden in ganz Deutschland solche Töpfe gefunden. Mit dem Vergraben der Plazenta wird weltweit ein günstiges Gedeihen des Kindes in Verbindung gebracht. Der Nachweis von Hämoglobin und Östrogenen im Topfinhalt brachte eine eindrucksvolle Bestätigung unserer Hypothese. Die Forschung brachte die Verbindung zur Kulturgeschichte der Geburt und zur darstellenden Kunst.

Die Menschwerdung hat den Menschen schon immer beschäftigt. In der Religion steht häufig die Geburt des Religionsstifters am Anfang der Überlieferung. Auch im Christentum ist die Geburt Christi der Anfang einer neuen, kraftvollen Bewegung. Die Schwangerschaft war ein Geheimnis im Körperinnern, das sich durch sichtbare oder spürbare Zeichen ankündigte. Mit der Geburt erblickte der neue Mensch das Licht der Welt.

In der Kunst dient die Geburt häufig als Anreiz zur künstlerischen Beschäftigung. Die älteste Darstellung einer Geburt ist wohl ein jungsteinzeitliches Felsbild im Tassili-Gebirge, in der Zentralsahara, das ca. 10.000 Jahre alt ist. Es folgen Darstellungen aus dem alten Ägypten, wo die schwangere Frau auch die Fruchtbarkeit der Mutter Erde verkörperte. Im Christentum war die Geburt Christi häufig Anlass zur Entstehung großer Kunstwerke. Bis in die zeitgenössische Kunst waren Künstlerinnen und Künstler fasziniert vom Mythos Geburt. Wir zeigen von jedem Künstler ein Werk.

oben: Nachgeburtstopf um 1650, unten: Nachgeburtstopf um 2005

oben: Nachgeburtstopf um 1650
Bönnigheim
Kirchstr. 18

unten: Nachgeburtstopf um 2005
Burma


GehBorgen - Neun Aquagraphien von Sabine Braun

Sabine Braun, 1967, Stuttgart

GehBorgen
Neun Aquagraphien 2007, Druck auf Büttenpapier 30 cm x 30 cm

Der Blick durch das Wasser

Diese Photographien sind vor Ort mit einer analogen Unterwasserkamera aufgenommen worden und danach nicht digitalmanipuliert. Durch die Bewegung der Kamera im Wasser verliere ich die Kontrolle über den Blick. Das um die Kamera wirbelnde Wasser bringt die starre, feste Welt in Bewegung, löst erwartete Strukturen auf und ermöglicht einen neuen Blick auf die Dinge in und um uns herum.


Muttis Welt I

Micha Brendel, 1959, Berlin

"Muttis Welt I"
2005, Placentaeinschnitte, Zuckerlösung, 4 Glasgefäße

Das Wort ward Fleisch - warum sollten aus Fleisch nicht auch Wörter fallen? Das Spiel mit Fleisch und Schrift, mit Worten und Flüssigkeit, mit Ein - und Ausschnitten zeigt die Verwobenheit von materieller und geistiger Welt.

Die Placenta erscheint wortwörtlich als Lebensbringerin, doch mit einem kleinen Tausch der Buchstaben enthüllt sie auch ihren Er- Zeuger. Im Titel schließlich erscheint das Weibliche und schließt sich der Kreislauf des alten Vater-Mutter-Kind Spieles.


Maria - Urmutter

Sibylle Bross, 1959, Waiblingen

Maria - Urmutter
2004, Acryl auf Leinwand

Liebe und Hingabe neben Entbehrung und Schmerz.

Zärtliches Rosa neben starkem Rotorange und Schwarz Ihre Hände greifen in das Rot oder fließt nicht Rot aus ihren Händen? Rot im Blut als Farbe des Lebens und Farbe der Verletzung, des Schmerzes.Rot ist angenehm warm oder gefährlich heiß je nachdem. Neben Schwarz ist es die Farbe des Teufels, umschlossen von Blau, Farbe der Maria. Neben Schwarz wird Rot gefährlich in Verbindung mit Weiß kann es atmen.


Kosmische GeburtBarbara Bucher, 1965, Sersheim

Kosmische Geburt

Das Labyrinthische, Sinnbild der Wege des Lebens, begegnet uns außerhalb und innerhalb der Figur: Die Prozesse des Außen setzen sich im Innern fort - oder auch umgekehrt. Die kosmische Geburt greift auf mystische Vorstellungen des immerzu lebensspendenden Elementes zurück, das die Grundenergie unseres Planeten bis heute ist.


KeimlingAnne Büssow, 1949, Frankenhardt

Keimling

Dieses Buch mit dem Titel VON WUNDER WEGEN ist Barbara Schmotzerin gewidmet, die im Jahr 1503 gestorben ist. Nach Dokumenten und einer Erinnerungstafel in der Kirche St. Cyriakus in Bönnigheim hat sie in einer Ehe in 29 Geburten insgesamt 53 Kinder, nämlich 15 Töchter und 38 Söhne, zur Welt gebracht. Keines der Kinder ist älter als neun Jahre geworden. Die mit Ölfarben gemalte Erinnerungstafel in der Kirche entstand wahrscheinlich kurz nach ihrem Tod und zeigt zwei "Wunder" zugleich: in der oberen Hälfte die Jungfrau Maria nach der Geburt ihres Kindes, in der unteren Hälfte die vollzählig versammelten Kinder mit der Mutter und dem Vater. Besonders interessant ist: im Zentrum des Bildes steht nicht etwa die Hauptperson des Geschehens, sondern der Vater - Barbara Schmotzerin selbst findet gerade knapp am rechten Bildrand ihren schmalen Platz.

Ein Graphik-Buch mit sieben, z.t. zweifarbigen Lithographien auf transparentem japanischem Büttenpapier, Originaltext der Gedenktafel auf Fabriano Papier, zwischen Büttenpapier genäht in handgearbeiteter Mappe. Auflage 20 nummerierte und signierte Exemplare. Erschienen 2002.


HüllenMatthias Eder, 1968, Leonberg

Hüllen

Geradezu konträr steht der Stein zu diesen Formen. Stein wird atypisch behandelt; ihm wird sein ursprünglicher Instinkt genommen. Gespanntheit und Zerbrechlichkeit stehen anstatt Ruhe und Beständigkeit. Die Vergänglichkeit wird durch den zerbrechlichen Anschein der Skulpturen symbolisiert. Zugrunde liegt dieser form die Auseinandersetzung mit der Entstehung neuen Lebens, deren visuelle Wahrnehmung nur durch eine immer differenziertere, schalenhafte Wölbung wahrgenommen wird. Es entsteht eine einzigartige gespannte Hülle, die von vorneherein auf einen temporären Abschnitt festgelegt ist.


Ehrengewand für Barbara SchmotzerinStefanie Ehrenfried, 1967, Schwäbisch Hall

Ehrengewand für Barbara Schmotzerin

Eine verbildlichte Würdigung des außergewöhnlichen Schicksals der Barbara Schmotzerin (Bönnigheim, Ende des 15. Jahrhunderts), die ihren Leib, ihre Kraft zur Verfügung stellte, 53 Seelen zu empfangen - 53 Leibesfrüchte zu gebären. Dargestellt in einer "Wärmekonstellation" des weiblich Fruchtbaren. Dem dient die Wahl der Materialien (Kupfer, Schafwolle, Bienenwachs), die schlichte aber dennoch üppige Schichtung der Stoffe des Gewandes und das Runde, Gewölbte in der Formensprache. Die fast unglaubliche Fülle der durch sie geborenen Kinder wollte ich in der Nachbildung (Wolle, nadelgefilzt) nachvollziehen. (das entspricht einer Arbeitszeit von ca. 17 Stunden).

Die Schale soll den eher geistigen Aspekt der Plazenta zeigen: das nach außen gestülpte, ganz hingegebene Organ des von den "Welten" noch ungetrennten, vorgeburtlichen Menschen. Das männliche Element (Wachsskulptur) musste hinzugenommen werden, um das Weibliche zu seiner Ganzheit zu bringen.

Es hat diese Arbeit auch einen autobiographischen Bezug: Mein eigenes Brautkleid ist (in seiner vierten Metamorphose) mit hineingearbeitet. Und es gestattete mir diese Arbeit eine innige Rück-Verbindung mit meinen eigenen drei Geburtserlebnissen.


Wiedergeburt

Jörg Failmezger, 1947, Pleidelsheim

"Wiedergeburt"
- die Liebe stirbt täglich -

Ganinger Travertin


Cocoo

Maria Frank, 1957, Neckarwestheim

Cocoo

Das Bild beschreibt die Evolution. Es soll darstellen: Von der Entstehung bis zum Ende (Tod) eines oder des Lebens allgemein. Die zwei geöffneten Hände die Gnade oder anders ausgedrückt die Bereitschaft Leben, also Entstehung sowie auch Vergänglichkeit, also Abschied anzunehmen. Der rote Punkt oder Kreis symbolisiert schlicht Blut. Der Stoff, der uns leben lässt. (und sterben.....) Im Hintergrund ist das Weltall angedeutet - und zwar das untergründliche, mystische, nicht das wissenschaftlich definierte. Das dunkle Gesicht zeigt den Tod.


Motherboard

Jürgen Frenzel, 1959, Bönnigheim

Motherboard

Der Mensch in der Zukunft.

Generiert aus biologischen und elektronischen Bestandteilen. Genetisch "gesäubert" und "optimiert", seinen Auftraggebern (Eltern) entsprechend angepasst. Mit Nano-Technologie auf ein Höchstmaß von Technik und Forschung versehen. So ist er ein Produkt aus Illusion und Fiktion geschaffen durch Manipulation.

In seinem weiteren Leben wird er oft vor die Frage gestellt werden, welche Art Up-Dates er sich kaufen soll, kann. Das Streben nach dem Optimum wird sein Leben bestimmen, denn darauf wurde er von Anfang an fokussiert. Welche Instanz wird in so einer Zukunft die Werte und Ziele einer so gearteten Gesellschaft bestimmen.


Kinder

Ulrike Frenzel-Hamm, 1965, Bönnigheim

Kinder

Dieses Bild ist für die Ausstellung entstanden. Ich wollte dieses Urvertrauen darstellen, das die Babys uns vorbehaltlos entgegenbringen. Gehalten von NUR einem Arm, eingeschmiegt in der Gebärmutter und auch schon neugierig guckend auf Mutters Schulter.


Geburt Christi

Renate Gross, 1956, Leonberg

Geburt Christi
1993, Körperdruck

Gott wird Mensch; lange habe ich mich mit diesem Thema herumgeschlagen. Christi Göttlichkeit sind für mich außer Frage. Seine Menschlichkeit - seine Verbindung zu mir - war nicht erlebbar, nur Glaubenssatz. Auslöser war - nach meinem eigenen existenziellen Fragen - ein Gedicht wie eine Antwort von Kurt Marti.

Hier der Schluss: Ich wurde nicht gefragt bei meiner Geburt und die mich gebar Wurde auch nicht gefragt Bei meiner Geburt Ausser dem einen und der sagte Ja


Befleckte Empfängnis

Joa Härter, 1958, Korntal

Befleckte Empfängnis
2006 in die welt

liebe zeugung schwanger sturz geburt: schmerzender freudiger schleimiger schöner blutiger von beiden seiten langersehnter augenblick an den sich kein frischmensch erinnert, der jeden lebenslänglich prägt- der zwilling nachgeburt ist wert los im heutigen welttheater. weg damit.abnabelung.ich los geht's. leben = quadratur des kreises. hampelmann ode vulkan. oder tanz auf dem!


HüllenMonika Kaiser, 1945, Schwäbisch Hall

Hüllen

Schmerz
Rosenäste mit roter Wolle umwickelt, Papierblüten innen Eine Geburt - verbunden mit Schmerz, der manchmal nicht enden will. Aber auch die Vorstellung, dass alles gut werden wird. Die Rosenäste mit ihren Dornen, umwickelt mit roter Wolle und im Inneren sichtbar die zartrosa Blüten.
Glanz
Drahtgeflecht, Tüll, Perlen, Pailletten, Knöpfe Mit wie viel Erwartung erleben wir die Zeit der Schwangerschaft und der Geburt. Die Vielzahl der verschiedenen Materialien soll diesen Zustand darstellen.
Erwartung
Drahtgeflecht, verschiedensprachige Zeitungsausschnitte, Schnipsel aus Notenblättern. Das Neugeborene tritt in eine neue Welt ein. Es wird mit vielen Sprachen und Sprachmelodien konfrontiert.


Plazentale Planeten

Prof. Dr. Milan Klima, 1932, Neu-Isenburg

Plazentale Planeten 2006

Mit Ehrfurcht blicken wir in die unendlichen Weiten des Weltalls, als dessen Kinder wir uns selbst betrachten können. Manche Strukturen des Weltalls finden wir in einer umgewandelten Form in der Anatomie unseres Körpers wieder. So auch in dem Mutterkuchen, der Plazenta, die eine von der Umwelt weitgehend unabhängige Frühentwicklung des Keimlings sichert. Wie in einem schützenden Nest aus blutreichem Gewebe wird das beginnende Leben umhüllt, ernährt und von Krankheitserregern abgeschirmt.


Samenkorn

Ralf Krämer 1964, Heilbronn

Samenkorn
Marmor "Astir"

Es ist ein Symbol für das werdende Leben. Die Linienführung wird aus gotischen Profilabfolgen gebildet, um auf die lange Geschichte der Manipulationen an verschiedensten Saatgütern hinzuweisen. Der zweite Einfluss bezieht sich auf die Entkernung des Objekts. Hier lehnt sich die Aussage von Konzernen an, Leben schaffen zu wollen und diesem die Möglichkeit der Fortpflanzung nehmen zu können.


Im Keller Grabengasse 2 - Scherben und Töpfe

Roswitha Mann geb. Dautel, 1948, Bönnigheim

"Im Keller Grabengasse 2 - Scherben und Töpfe"

Als ich 1985 beim Einkaufen im Städtle Kurt Sartorius begegnete, erzählte er voller Begeisterung von seinem Fund im Keller. Mit Einkaufskorb und "stadtfein" wollte ich sofort diese Schätze sehen. Der modrige Geruch nach altem Keller und der Anblick irdener, mit Patina überzogener alter Töpfe, hat mich tief beeindruckt und anscheinend bis heute nicht losgelassen.


Schillers Geburt

Bärbel Müller, 1966, Lichtenau

Schillers Geburt

Sie zeigt die Geburt als den intimen Prozess zweier Menschen: des Kindes, das gerade beginnt, den Körper seiner Mutter zu verlassen, und der Mutter, die es hinausbegleitet und empfängt. Sie zeigt diesen Vorgang in Selbstverständlichkeit, in der Beziehung, in Hingabe - nicht in Schmerz und Leiden.

Die Skulptur wurde direkt in Keramik hohl aufgebaut und gewinnt ihre plastische Kraft durch ihre überwiegend horizontale Schichtung in die sich die Volumina einfügen.


Der schleierhafte Blick

Martin Opitz, 1960, Bönnigheim

"Der schleierhafte Blick"

Im Dunkeln und mollig Warmen lasse ich mich treiben. Ich will nicht fort, doch der lichtumgebene Horizont hat mich im Bann. Immer heller, immer greller. Mit fest geschlossenen Lidern geh ich auf Reisen. Langsam hebt sich der Schleier, ich bin am Ziel. Der Geborgenheit meiner Eltern.


Dampflok "Mama"

Birgit Rehfeldt, 1965, Ostfildern-Kemnat

Dampflok "Mama"

Die Mutter schiebt einen Berg üblicher Arbeit vor sich her: Herd, Kühlschrank, Spülmaschine, Waschmaschine im Schleudergang, Mülleimer, Bügelbrett, Staubsauger. Am anderen Ende eine Kommode, aus der ein kleines Kind völlig zufrieden die frisch gebügelte Wäsche ausgeräumt hat und nun seiner Wege zieht. Ein tägliches Dilemma, welches nicht nur Leute mit Kindern betrifft. Erst dies, dann das und dann noch jenes....... Vor lauter Vorsorge für "Morgen" geht einem das "Heute" verloren.


Nachdenkliche Schwangere

Andrea Reksans, 1967, Bühlerzell / Schwäbisch Hall

Nachdenkliche Schwangere

Schwangerschaft ist schön - ein Kind zu bekommen ist eine große Freude, aber aber aber ……. Da ist auch eine Mühsal, die Schmerzen, die Sorgen, die Bedenken.


Der Federbrunnen

Antje Seemann, 1967, Aachen

Der Federbrunnen

Der Federbrunnen eröffnet dem Betrachter eine Vielzahl von Assoziationen: Die weißen Federn erinnern möglicherweise an Vogel- oder Engelsflügel, sie wirken leicht und unschuldig, das konisch geschnittene Federkleid fast wie ein nach innen gedrehtes, traumhaftes Brautkleid.

Es hängt nun in dem Brunnen wie ein Durchgang, es vermittelt das Eintauchen in eine - vielleicht auch im historischen Sinne - fern liegende Realität. Auch im Märchen steht der Brunnen für den Übergang in eine andere Welt - als Zugang zum Unbewussten.

Das Federkleid im Brunnen verdeutlicht eine wundersame Passage der Verwandlung, es kann so auch den Übergang ins Totenreich symbolisieren oder in der Gegenrichtung das Aufsteigen aus der Tiefe des dunklen Wassers in unsere hiesige Welt bei der Geburt.


Zweite Gebur t - Hommage á Joseph Beuys

Peter Schoenen, 1950, Bönnigheim

Zweite Geburt - Hommage à Joseph Beuys
Metall, Filz, Fett (Wachs), Polystyrol

Im Jahr 2006 währte sich der 20. Todestag von J. Beuys. Zur Erinnerung an diesen großen Künstler ein Werk, das die wichtigsten Materialien und sozusagen die Genese seiner Kunst zeigt: Fett + Filz, die Materialien, mit denen Beuys nach eigenen Aussagen nach einer schweren Kriegsverletzung 1943 von den Krimtataren gesund gepflegt wurde. Dieser "zweiten Geburt" verdank Beuys einen Großteil seiner künstlerischen Formensprache. Auch die Kinderbadewanne hat einen wichtigen Stellenwert im Werk Beuys. Einerseits verweist sie auf Geburt und Kindheit im Allgemeinen, andererseits im Besonderen auf die zeitlebens umstrittene Position des politischen Künstlers Beuys.


Installation o.T.

Margit Stäbler-Nicolai, 1956, Besigheim-Otmarsheim

Installation o.T.

Die Sonne gebiert den neuen Tag. Jeden Tag werden unzählige Dinge ins Licht geboren: Ideen, Gedanken, Wahrheiten, Worte … Jede Geburt hat ihren Zyklus.

 


Wunderkammer -Placenta-

Barbara Henrietta Steiner, 1965, Königstein im Taunus
Hebamme und Künstlerin

Wunderkammer -Placenta-
2004

kindliche Seite vorne Latex mit Pigment, Perlen/ Gold-Silbergarn, Föhrenzapfenstickerei aus der alten hinduistischen Schrift - Fruchtbarkeitssymbol mütterliche Seite Filz mit Perlen auf Samt, Amnion/Chorion, 2-farbiges Organza

Im Rahmen der wiedergefundenen Placentatöpfe zeigt die Arbeit den entdeckten Kult um die Placenta. Das durchsichtige Plexiglas symbolisiert den imaginären Topf. Die Wunderkammer der Spätrenaissance und des Barock zeigten den universellen Zusammenhang aller Dinge und vermittelten eine Weltanschauung, in der Geschichte, Kunst, Natur und Wissenschaft zu einer Einheit verschmolzen.


Schutzengel

Carol Torschmied, 1964, Bönnigheim

Schutzengel

Engel haben für uns eine ganz besondere Anziehungskraft. Engel begleiten uns in allen Situationen, schon zu Beginn unseres Lebens. Wenn wir an Schutzengel glauben, dann werden wir nicht nur unsere Ängste vor den alltäglichen Gefahren auf der Straße, im Beruf und vor bedrohlichen Krankheiten überwinden. Der Schutzengel stärkt uns und gibt uns Halt. Der Geist der Nachgeburt sollte das Kind sein Leben lang behüten und beschützen. Er kam im Moment des Todes entgegen und führte in das Totenreich. Deshalb ist anzunehmen, dass unser christlicher Schutzengel die Umdeutung des Geistes der Nachgeburt ist.


Plazentadiamant

Armin Weißhaar, 1962, Tiefenbronn

Plazentendiamant

Die Geburt eines Kindes ist wertvoll, einzigartig und wunderschön vergleichbar mit einem Diamanten. Plazenta und Nabelschnur lassen neues Leben entstehen. Dieses Leben ist unbezahlbar wie ein seltener Diamant. Warum dieses Wunderwerk der Natur achtlos weggeworfen und als Tabuthema behandelt wird, ist nicht verständlich. Der Diamant ermöglicht dem lebensspendenden Organ die ihm gebührende respektvolle Aufbewahrung.

 
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